Ein Klick öffnet Ihre KI mit einer fertigen Frage zu diesem Artikel – die Frage wird zusätzlich in die Zwischenablage kopiert (Strg+V).
Serielles Bauen heißt: Der Großteil der Arbeit passiert nicht mehr auf der Baustelle, sondern in der Werkshalle. Wände, Decken, ganze Fassaden entstehen millimetergenau vorgefertigt und werden vor Ort nur noch montiert – witterungsunabhängig, planbar, in Tagen statt Monaten. Was lange als Nische galt, hat sich in den letzten Jahren zu handfesten Großprojekten ausgewachsen. Sechs davon sagen mehr als jede Broschüre.
Das Thema kurz und kompakt
- Es steht schon: In Stuttgart (330 WE), München (198 WE), Dresden (74 WE) und Hamburg (44 WE) wohnen Menschen bereits in seriell und modular gebauten Häusern.
- Es geht schnell: Drei Stuttgarter Wohngebäude in sechs Monaten, ein Hamburger Rohbau in neun Wochen, eine serielle Sanierung in Mönchengladbach in vier Monaten.
- Es spart massiv Energie: Eine Fraunhofer-Modulfassade senkte den Verbrauch rechnerisch von 3.200 auf 600 GWh – rund 81 Prozent.
- Der Markt ist gewaltig: 21 Mio. Gebäude, nötige 2.000 Sanierungen pro Tag (dena) – rund viermal so viele wie heute.
Der größte Bauauftrag des Jahrhunderts
Auch um die Klimaziele zu erreichen, müssen vor allem bestehende Gebäude saniert werden – und zwar in sehr viel größerer Zahl als bisher. Rund 21 Millionen Gebäude gibt es in Deutschland. Pro Tag müssten laut Deutscher Energie-Agentur (dena) etwa 2.000 Häuser saniert werden, um sie rechtzeitig klimaneutral zu machen. Das sind rund viermal so viele wie bisher. Die Sanierungsquote dümpelt bei etwa einem Prozent pro Jahr.
Diese Lücke schließt niemand mit Gerüst, Eimer und Kelle. Sie schließt nur, wer die Gebäudehülle industriell vorfertigt und in der Fläche schnell montiert. Genau das leisten die folgenden Projekte – und genau da setzt SSR an. Wie groß der Anteil ist, den ein Betrieb daran heben kann, lässt sich im SSR-Marktpotenzial-Rechner Regler für Regler durchspielen.
Stuttgart: 330 Wohnungen aus Holzmodulen
Am Prießnitzweg in Stuttgart-Bad Cannstatt entsteht eines der größten Holzmodul-Wohnprojekte Deutschlands: 330 Personalwohnungen für Mitarbeitende des Klinikums. Der entscheidende Satz steht im Bautagebuch: Drei Wohngebäude mit 157 Wohnungen wurden in nur sechs Monaten von der Anlieferung der Module bis zur Fertigstellung errichtet. Bauherr ist die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG), gebaut haben AH Aktiv-Haus und WOLFF & MÜLLER.
Der Energiestandard: Effizienzhaus 40 Plus, mit Sole-Wasser-Wärmepumpen, Photovoltaik, Solar-Hybridkollektoren und Batteriespeicher – ein Quartier, das im Jahresmittel mehr regenerative Energie erzeugt, als es verbraucht. Geschäftsführer Hubert Nopper bringt das Prinzip auf den Punkt: „Modulbauten sind auch deshalb attraktiv, weil sie sich wie Autos konfigurieren lassen."
München: 198 Wohnungen aus Systemelementen
Im Münchener Stadtteil Harthof stehen seit Oktober 2022 198 Wohnungen in fünf Gebäuden – termingerecht fertig, industriell aus vorgefertigten Systemelementen errichtet von Goldbeck für die städtische GWG. Alle Wohnungen barrierefrei, mit Fußbodenheizung, dreifachverglasten Fenstern und einer Dämmung aus Steinwolle, die nicht brennbar und zu 100 Prozent recyclebar ist.
Goldbeck-Niederlassungsleiter Richard Greß: „Hier am Harthof erkennt man sehr gut, wie schnell auch ein so großes Bauvorhaben dank unserem elementierten Bauen mit System realisierbar ist." Nebenbei zogen 130 Nistkästen für Mauersegler, Sperlinge und Fledermäuse in die Fassaden ein – abgestimmt mit der Naturschutzbehörde.
Dresden: modular, aber keine Platte
Auf einer seit 2003 brachliegenden Fläche in Dresden – entstanden nach dem Rückbau mehrerer Plattenbauten – baute Vonovia mit dem Generalunternehmer ALHO 74 Wohnungen aus 183 Modulen. Die Kunst dabei: eine Architektur zu finden, die vom Bild der DDR-Platte deutlich abrückt. Satteldächer statt Flachdach, unterschiedliche Trauf- und Sockelhöhen, ein Gebäudeknick zur Gliederung.
Architekt Reinhard Mayer: „Das ALHO Modulbau-System verfügt über eine sehr hohe Flexibilität." Und zum Kernvorteil: „Die kurze Bauzeit ist ein entscheidender Vorteil, ebenso die Unabhängigkeit von Witterungsverhältnissen. Da die Module unter optimalen Herstellungsbedingungen gefertigt werden, garantieren sie eine hohe Qualität." Modulbau, der dem Massivbau mindestens ebenbürtig ist.
Hamburg: der 8-Euro-Holzbau
In Hamburg-Neugraben zeigt ein IBA-Modellprojekt, wie bezahlbarer Wohnraum aus Holz geht: 44 Wohnungen in vorelementierter Brettsperrholz-Bauweise, garantierte Netto-Kaltmiete von 8 €/m² – dort, wo Erstbezug sonst 12 bis 15 € kostet. Der komplette Rohbau war in neun Wochen montiert.
Möglich wurde das, weil vermeintlich gesetzte Standards hinterfragt wurden: keine Unterkellerung, sichtbare Holzoberflächen statt teurem Innenausbau, sich wiederholende Grundrisse. Und die Klimabilanz: In den rund 1.268 m³ verbautem Holz sind über 1.162 Tonnen CO₂ gespeichert. Ökonomie und Ökologie, die zueinanderfinden.
Die Fassade, die sich selbst versorgt
Das vielleicht wichtigste Projekt für die Sanierung kommt aus der Forschung. Fraunhofer IBP und IEE haben mit Implenia eine EE-Modulfassade mit integrierter Anlagentechnik entwickelt: Wärmepumpe, Photovoltaik und Lüftung stecken im geschosshohen Fassadenmodul. Projektleiter Jan Kaiser: „Wir renovieren nicht das komplette Gebäude, sondern nur die Fassade. Die alte Fassade wird künftig durch neue industriell vorgefertigte Module mit integrierter Anlagentechnik ersetzt."
Das Ergebnis ist eine Ansage: Für einen Bestand alter Bürogebäude sinkt der Verbrauch rechnerisch von 3.200 auf 600 Gigawattstunden – rund 81 Prozent weniger. Der Austausch dauert nur wenige Stunden, es braucht keine neuen Rohre im Gebäude, nur einen Stromanschluss. Die Bewohner müssen nicht einmal ausziehen. Genau dieses Prinzip – Technik in die vorgefertigte Hülle, Montage in Stunden – ist die Zukunft der Sanierung.
Serielle Sanierung live: vier Monate
Dass das nicht nur im Neubau klappt, zeigt ein Pilotprojekt in Mönchengladbach: Von der digitalen Vermessung im September bis zur schlüsselfertigen Übergabe im Dezember vergingen vier Monate. dena-Experten rechnen vor, dass ein Mehrfamilienhaus mit 20 Wohneinheiten theoretisch in zwei Monaten saniert werden kann – mit nur einem Tag Montage vor Ort. Die Bewohner werden dabei nicht monatelang durch Lärm, Dreck und Gerüste belastet.
Der wirtschaftliche Turbo heißt Förderung: Über die BEG gibt es einen Bonus für serielles Sanieren von 15 Prozentpunkten, kombinierbar mit EE-Klasse und Worst-Performing-Building – bis zu 40 bis 45 Prozent Zuschuss. Mehr dazu auf der Förderseite.
| Projekt | Einheiten | Bauweise | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Stuttgart-Cannstatt | 330 WE | Holzmodul | 3 Gebäude in 6 Monaten, EH 40 Plus |
| München-Harthof | 198 WE | Systemelemente | KfW 55, barrierefrei, 130 Nistkästen |
| Dresden-Reick | 74 WE | Raummodul (ALHO) | 183 Module, Satteldach statt Platte |
| Hamburg-Neugraben | 44 WE | Brettsperrholz | Rohbau in 9 Wochen, 8 €/m², 1.162 t CO₂ |
| Fraunhofer-Modulfassade | –81 % | EE-Fassade + Technik | 3.200 → 600 GWh, Montage in Stunden |
| Mönchengladbach | 4 Monate | Serielle Sanierung | 1 Tag Montage vor Ort möglich |
Was das für SSR heißt
Diese Projekte beweisen das Verfahren. Was sie nicht lösen, ist die Fläche: Große Systemhersteller bauen Leuchttürme, aber nicht jedes Mehrfamilienhaus in jeder Stadt. Genau diese Lücke füllt SSR – nicht, indem es gegen die kleinen Handwerksbetriebe der Region antritt, sondern indem es sie zu Montage-Partnern macht und mitverdienen lässt. Serielle Elemente, Planung, Bauleitung und Qualitätsmanagement kommen von SSR; die Montage übernehmen ausgebildete Partnerbetriebe. Das ist kapitalarm, schnell skalierbar – und macht Freunde statt Wettbewerber.
Rechnen Sie den Markt selbst durch
Der interaktive SSR-Businessplan macht aus diesen Zahlen Ihr Szenario: Marktanteil, Umsatz, benötigte Partner und Handwerker-Wertschöpfung – für Banken und Investoren.
Vom Marktbericht zum eigenen Businessplan
Stellen Sie die Regler auf Ihr Szenario und sehen Sie sofort, wie groß der Anteil am größten Sanierungsmarkt Europas wird.
Häufige Fragen
Quellen
- QUARTIER-Magazin: „Modulbau-Großprojekt in Stuttgart". magazin-quartier.de
- QUARTIER-Magazin: „Industriell vorgefertigte Systemelemente – bezahlbarer Wohnraum in Serie" (München-Harthof). magazin-quartier.de
- QUARTIER-Magazin: „Modulbau in Dresden – modular und seriell und doch keine Platte". magazin-quartier.de
- QUARTIER-Magazin: „Wohnbau in vorelementierter Holzbauweise – Modellprojekt für bezahlbares Wohnen" (Hamburg). magazin-quartier.de
- QUARTIER-Magazin: „Innovative und energieeffiziente Fassadensanierung – Modulfassade mit integrierter Anlagentechnik". magazin-quartier.de
- QUARTIER-Magazin: „Serielle Sanierung" (dena, Energiesprong, Mönchengladbach). magazin-quartier.de
- Deutsche Energie-Agentur (dena) & Umweltbundesamt: „Serielle Sanierung in Europa und Deutschland".